Die Stadt wurde auf vulkanischen Hügeln erbaut, daher das Auf und Ab ihrer
Straßen mit scharfen Kurven, steilen Treppen und faszinierenden Ausblicken.
Edinburgh Castle, auf einem hohen Felsen gelegen, beherrscht das Stadtbild,
das geprägt wird von der mittelalterlichen Old Town mit ihren engen
Gassen und schmalen, hohen Häusern sowie von der ab etwa 1750 mit breiten,
eleganten Straßen und grünen Plätzen angelegten New Town.
Die Altstadt wuchs östlich des Schloßbergs an einem einzigen
Straßenzug entlang. Er führt einen Bergkamm hinab vom Castle
bis zur Holyrood Abbey, an die um 1500 der Holyrood Palace angebaut
wurde. Die Straßenfolge, an der Adelige und Arbeiter, Händler und
Handwerker nebeneinander wohnten, wurde Royal Mile getauft. Ein Haus
drängt sich an das andere, immer höher wurde gebaut, statt sich
auszubreiten. Erst als die Übervölkerung im 18. Jahrhundert unerträglich
geworden war, begann man, die Stadt nach Norden auszudehnen. Innerhalb einer
Generation entstand eine ganz neue Stadt und da für die New Town sehr
strenge Denkmalschutzvorschriften gelten, ist sie auch weitgehend unversehrt
erhalten geblieben.
Die imposante Festung von Edinburgh Castle ist ein guter Ausgangspunkt
für die Entdeckungsreise durch die Stadt. Im Crown Room sind Krone,
Zepter und Schwert der schottischen Könige zu sehen,
doch auch in der Stadt selbst wird die Geschichte lebendig, vor allem noch zu
sehen an den alten verwinkelten Gebäuden mit dunklen Höfen und
steilen Treppen und am Gewirr der kleinen Gäßchen unterhalb des
Schlosses. Viele historische Bauten geben einen Einblick in
das Leben früherer Zeiten wie z. B. das Wohnhaus Gladstone's Land
aus dem 17. Jahrhundert, John Knox' House, das herrschaftliche Moray
House, das Huntly House mit seinem Museum zur Stadtgeschichte und
der Canongate Tolbooth, das alte Rathaus mit Glockenturm. Die St. Giles
Cathedral war Schauplatz heftiger Auseinandersetzungen zwischen Katholiken
und Protestanten, bis sie endgültig Sitz der Hochkirche von Edinburgh wurde.
Auch in der Neustadt stehen viele elegante Bauwerke, zu erwähnen ist hier
das Georgian House, gebaut und eingerichtet im Stil des ausgehenden 18.
Jahrhunderts.
Viele Parkanlagen lockern das Stadtbild auf, wie der Princess Street Garden am südlichen Rand der Neustadt mit der wohl ältesten Blumenuhr der Welt oder der Royal Botanic Garden nördlich der Neustadt mit Rhododendren, Steingärten und Treibhäusern, die zum Teil noch aus viktorianischer Zeit stammen.
Interessante Museen laden zu einem Besuch ein: die National Gallery of
Scotland, eine der besten Kunstgalerien Europas, die Scottish National
Gallery of Modern Art mit einer Sammlung zeitgenössischer Kunstwerke,
die National Portrait Gallery mit Porträts von u.a. Mary Stuart,
John Knox, Robert Burns oder das Royal Museum of Scotland für
Geschichte und Kultur.
Das ganze Jahr über finden Festivals statt, am bekanntesten das Edinburgh International Festival, dessen einzelne Veranstaltungen die Stadt selbst drei Wochen lang zu seiner Bühne macht. Der Höhepunkt dieses wahrscheinlich größten und lebendigsten Theater- und Musikfestivals der Welt findet in der zweiten Augusthälfte statt und zieht Besucher aus aller Welt an. Zusätzlich zum International Festival finden noch das Edinburgh Fringe Festival und das Edinburgh Military Tattoo statt.
Lothian, die Region um Edinburgh ist landschaftlich äußerst
reizvoll. Es gibt schöne Sandstrände in Dunbar, Gullane oder Longniddry
und gerade in der Gegend um Dunbar ist die Zahl der Sonnentage am höchsten.
Etliche sehenswerte Kleinstädte mit mittelalterlichen Ortskernen machen
Umwege überlegenswert.
Daneben gibt es eine Vielzahl von Schlössern und Herrenhäusern zu
besichtigen: Crichton Castle mit italienischen Bogengängen,
Linlithgow Palace, die Geburtsstätte von Maria Stuart, die Ruinen
von Tantallon Castle in atemberaubender Lage auf den Klippen oder
Dirleton Castle mit Befestigungsmauern aus dem 13. Jahrhundert.
Für Vogelfreunde ist die Szenerie der Vogelkolonien auf dem Bass Rock
im Firth of Forth interessant.