Die Shetland-Inseln / Fotos


Die Shetland-Inseln bestehen aus 100 großen und kleinen Inseln im Nordatlantik, 180 km vom schottischen Festland entfernt. Nur 15 von ihnen sind bewohnt, auf den übrigen tummeln sich Robben und Seevögel. Tausende von Vogelarten machen die Inseln zu einem wahren Paradies für Vogelkundler.
Man nennt die Inseln auch Inseln der Mitternachtssonne, denn die Sonne geht hier im Sommer erst gegen 23 Uhr unter und um 2 Uhr schon wieder auf. Vom Golfstrom merkt man hier allerdings kaum noch etwas, denn die Inseln liegen immerhin auf dem gleichen Breitengrad wie die Südspitze Grönlands.

Pikten, Kelten und Wikinger lebten hier, noch heute erkennbar an den Ortsnamen wie Sands Stour, Oxna, Saxa Vord usw. Shetland gehörte fast 650 Jahre lang zu Skandinavien, bis 1496 Christian I., König von Norwegen und Dänemark die Inseln als Hochzeitsgeschenk an Schottland abgab, als seine Tochter Margarete James III. von Schottland heiratete.

Kultur und Dialekt sind stark skandinavisch gefärbt. Man spricht zwar das schottische Englisch, das aber mit vielen skandinavischen Lehnwörtern durchsetzt ist, z.B. Kirk für Kirche, Setter für Farm und Wick für Bucht.
Kilt und Dudelsack sind ebenfalls unbekannt, das traditionelle Musikinstrument ist hier die Fiddel. Immer am letzten Dienstag im Januar findet das Up Helly Aa in Lerwick statt, bei dem ein Langboot der Wikinger verbrannt wird.

Die Bewohner leben vom Fischfang sowie von der Aufzucht von Lachsen, Ponys und Schafen, den Rohstofflieferanten der Shetland-Pullover. Das Nordseeöl brachte neue Arbeitsplätze und Geld, aber auch eine große Bedrohung, als der Öltanker Braer am 5. Januar 1993 vor Mainland zerschellte. Glücklicherweise waren die Schäden nicht so groß wie anfangs befürchtet; die Natur hat sich einigermaßen erholt.

Lerwick, die Hauptstadt der Shetland-Inseln, zugleich das Zentrum der Fischindustrie, erhielt durch den Bau von Europas größtem Ölhafen bei Sullom Voe (56 km weiter nördlich) neuen Aufschwung. Zu Lerwicks Sehenswürdigkeiten gehören das Fort Charlotte aus dem 17. Jahrhundert, der Clickhimin Broch, ein Turm aus der Eisenzeit, und das Shetland-Museum.

Am Südende der Insel Mainland, in der Nähe des Flughafens Sumburgh liegt der Jarlshof. Er ist eine der interessantesten Ausgrabungsstätten des Landes, denn das Gebiet war von der Bronzezeit bis ins 17. Jahrhundert besiedelt. Es gibt hier Überreste von Häusern aus der Bronze- und Eisenzeit, Brochs, Langhäuser der Wikinger, ein mittelalterliches Gehöft und die Wohnsitze von Stewart-Earls aus dem 16.-17. Jahrhundert.

Der Mousa Broch, 20 km südlich von Lerwick auf der Insel Mousa ist der besterhaltene Broch Schottlands. Die Höhe von 12 m entspricht vermutlich fast seiner ursprünglichen Größe. Die charakteristischen Bauelemente dieses Wohnturms aus der Eisenzeit sind Treppen, die innerhalb der doppelten Außenmauer zur Spitze führen. Der später bewohnte Broch hat noch lange als Fluchtburg gedient, so wird es in einigen alten Sagen erzählt.

Scalloway Castle in der früheren Hauptstadt Shetlands Scalloway ist eine imposante Festung aus dem 17. Jahrhundert. Das nördlichste Schloß ist jedoch Muness Castle auf der Insel Unst.

Ebenfalls auf Unst liegt das nationale Naturschutzgebiet Hermaness. Raubmöwen brüten in großen Scharen im Moorgebiet, und auf den Klippen sitzen Baßtölpel, Dreizehenmöwen, Trottellummen und viele andere Seevögel. Man ist überrascht, wie wenig sich manche Papageientaucher von den Besuchern stören lassen.

Fetlar kann per Fähre von Nord Yell und Unst aus erreicht werden. Die RSPB verwaltet einen großen Teil der Insel und während der Brutzeit ist der Zugang eingeschränkt. Raubmöwen und Regenbrachvögel gehören zu den besonderen Vogelarten auf Fetlar. Auch große arktische Schnee-Eulen und Odinswassertreter sind hier zu beobachten.


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