Die Orkney-Inseln / Fotos


Die etwa 70 Orkney-Inseln liegen nördlich des Festlandes jenseits des Pentland Firth. Sie sind flach und baumlos mit saftig grünen Wiesen und weitem Farmland, nur die Insel Hoy mit ihrer Klippenszenerie und dem Wahrzeichen "Old Man of Hoy" bildet eine Ausnahme. Den Reiz der Inseln machen hauptsächlich die vielen prähistorischen Zeugnisse aus.

Obwohl die Inselgruppe 1472 endgültig zu Schottland kam, wurde noch im 17. Jahrhundert das mit dem Altnordischen verwandte "Norn" gesprochen. Bis ins 18. Jahrhundert herrschten rege Handelsbeziehungen zu Norwegen, und auch heute noch stehen die Orkadier ihren nordöstlichen Nachbarn näher als dem Rest von Schottland.

Orkneys berühmtester prähistorischer Ort ist das Steinzeitdorf Skara Brae, das 4000 Jahre lang vom Dünensand konserviert wurde, bis 1850 ein gewaltiger Wintersturm diese komplette, systematisch angelegte Siedlung aufdeckte. Die Häuser sind untereinander durch ein dichtes Netz von Tunneln und Gängen verbunden und faszinieren durch ihre schlichte Schönheit und geschickte Konstruktion, vor allem auch durch die Ausstattung der Häuser mit Betten und Schränken aus Stein. Man fand Geschirr und Werkzeuge, Kleidung und Schmuck, manches davon in halbfertigem Zustand, als hätte gerade noch jemand daran gearbeitet.

Maes Howe, das größte und besterhaltene Kammergrab Europas wurde um 2700 v. Chr. errichtet; es ist mindestens 100 Jahre älter als Stonehenge und Wiltshire. Ein 12 m langer Gang führt zu einer großen unterirdischen Kammer, von der aus sich drei kleine Grabkammern öffnen. Lange blieb das Grab unberührt, bis es die Wikinger plünderten.

Der Broch of Gurness war 1000 Jahre in Betrieb, vom Ende der Eisenzeit bis zur Ankunft der Wikinger.

Der monumentale Ring of Brodgar aus dem 3. Jahrtausend vor Christus bestand ursprünglich aus 60 Monolithen, 27 stehen heute noch aufrecht in der Heidelandschaft. Der Durchmesser dieses Steinkreises mißt 103,7 m; jeder der bis zu 4,5 m hohen Monolithe ist genau 6 Grad vom anderen entfernt. Die Anlage diente astronomischen Beobachtungen und als kultische Versammlungsstätte.

Kirkwall, die hübsche Haupt- und Geschäftsstadt der Orkney-Inseln besitzt mit der Cathedral of St. Magnus aus dem 12. Jahrhundert eines der schönsten Beispiele normannischer Architektur in Großbritannien. Vom wehrhaften Bishop's und Earl's Palace stehen nur noch Ruinen in der Nähe der Kathedrale. Tankerness House, ein Stadthaus aus dem 16. Jahrhundert, beherbergt das heimatgeschichtliche Museum der Orkney-Inseln.

Stromness, der Hafenort auf der größten Orkney-Insel Mainland, in dem die Autofähre von Scrabster anlegt, ist ein kleiner reizvoller Ort mit steilen, gewundenen Pflastersträßchen und kleinen Steinhäusern.

Die Insel Hoy liegt südlich von Mainland und ist die ursprünglichste der Orkney-Inseln. Der Old Man of Hoy ist ein 135 m aus dem Meer ragender säulenförmiger Sandsteinfelsen, der manchmal sogar von der Küste von Caithness aus sichtbar wird. Dahinter liegen die hohen Klippen von Hoy mit dem 347 m hohen St. Johns Head.
Die mit dem natürlichen Hafen Scapa Flow verbundene Geschichte der Seefahrt wird im Informationszentrum in Lyness auf Hoy erklärt.



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