Die Äußeren Hebriden und die Isle of Skye / Fotos


Die Äußeren Hebriden oder Western Isles sind eine Inselkette, die sich wie eine schützende Mauer über 200 km im Atlantik vor der Nordwestküste Schottlands entlangzieht. Die Inseln Barra, South Uist, Benbecula, North Uist, Harris und Lewis sind an ihren Küsten teils felsig und abweisend, teils einladend durch ihre weißen Sandstrände. Im Landesinnern dann wechseln sich endlose Moorlandschaften und üppig grüne Wiesen ab, in denen viele seltene Pflanzen gedeihen. Es gibt prähistorische Stätten zu besichtigen, am bekanntesten die Callanish Standing Stones auf Lewis. Die Inseln sind der richtige Ort für alle, die Ruhe und eine einfache Lebensweise suchen.
Auch heute noch bewahren die Bewohner ihre eigenen Traditionen, was vor allem durch die eigene Sprache deutlich wird. Hier wird überwiegend gälisch gesprochen und englisch ist die erste Fremdsprache in den Schulen. Viele der Bewohner sind streng religiös, so daß sonntags, im Gegensatz zu anderen Regionen Schottlands, viele Geschäfte und Tankstellen geschlossen sind.
Was in unseren Breiten als atlantisches Tief ankommt, braut sich genau in dieser Region zusammen. Häufig regnet es und nur die Ausläufer des Golfstroms sorgen für mildere Temperaturen.

Die Insel Barra, mit der Fähre von Lochboisdale auf South Uist oder von Oban auf dem Festland aus erreichbar, gilt wegen ihrer herrlichen Atlantikstrände, des felsigen Ostufers und der vielen Blumen als eine der schönsten Inseln. Größter Ort der Insel ist Castlebay mit dem Kisimul Castle auf einer Insel in der Bucht.

Lewis und Harris sind durch eine Landenge miteinander verbunden. Auf Lewis geht die Landschaft von Moorland im Norden in niedrige Hügelketten über. Harris dagegen ist überwiegend schroff und felsig, hat aber auch fruchtbares Weideland. Bekannt ist Harris durch seinen handgewebten groben Tweedstoff.
Die Hauptsehenswürdigkeit auf Lewis sind die Callanish Standing Stones am Loch Roag an der Westküste. Ein Ring von 13 aufrechten Steinen umschließt den Mittelstein. Linien aus kleinen Steinen führen vom Steinkreis weg, der vermutlich religiösen Kulthandlungen und der Kalenderberechung diente. Dun Carloway Broch ist einer der besterhaltenen Wehrtürme. Das Arnol Black House bei Arnol an der Westküste von Lewis ist ein gut erhaltenes Beispiel eines einst typischen Wohnhauses mit einem Torffeuer in der Mitte des Zimmers.
Die Rodel Church, einzige Kirche mit einem kreuzförmigen Grundriß auf den Äußeren Hebriden, wurde im 16. Jahrhundert auf Harris erbaut.
Stornoway an der Ostküste von Lewis ist die Hauptstadt der Äußeren Hebriden mit Geschäften und Lokalen. Die gälische Kultur der Western Isles wird im Museum nan Eilean dokumentiert. Lohnenswert ist auch ein Besuch der Galerie An Lanntair, die zeitgenössische gälische Kunst präsentiert.

Die Inseln North Uist, Benbecula und South Uist liegen so nahe beieinander, daß sie durch Dämme und Brücken miteinander verbunden wurden.
Im Südosten liegt Barpa Langass, ein besonders großes, gut erhaltenes Hügelgrab der Beaker People, einem Volk aus der Bronzezeit. North Uist hat sogar sein eigenes Museum mit einer angeschlossenen Kunstgalerie in der Nähe des Fähranlegers in Lochmaddy.
Bei Ebbe kann man von North Uist zu Fuß die vorgelagerte Insel Vallay mit den schönsten Stränden der Hebriden erreichen. Im Naturschutzgebiet Balranald zeigen sich Wildpflanzen und auch viele der Vögel im Frühling und Frühsommer von ihrer buntesten Seite.
Fährt man über die Brücke in Richtung South Uist, taucht die 38 m hohe Statue von Our Lady of the Isles von 1957 im Blickfeld auf. Weiter südlich steht das Kildonan Museum, das die von den dortigen Bewohnern gesammelten Kunsterzeugnisse der Hebriden zeigt.

Skye ist zweifellos die romantischste und zugleich wildeste der Hebrideninseln, die durch eine Brücke mit dem Festland verbunden ist. Die Insel des Nebels bietet aufgrund ihrer sehr unregelmäßen Form mit vielen Buchten und Halbinseln ein abwechslungsreiches, manchmal geradezu bizarres Landschaftsbild: hohe Berggipfel und waldreiche Täler, wilde Moorgebiete und sanfte fruchtbare Wiesen und Felder, flache Sandstrände und steile Felsklippen. Die Cuilin Hills, die die Insel weithin sichtbar überragen, gehören zu den schönsten Landschaften Großbritanniens.
An der Westküste liegt der Hauptort und einzige Stadt auf der Insel, Portree, mit hübschen kleinen Häusern.
Seit dem 12. Jahrhundert ist Castle Dunvegan Sitz des Clans MacLeod, in dem der berühmteste Schatz aufbewahrt wird: die Feenflagge, die der Legende nach den Clan retten kann, wenn sie geschwenkt wird. Zweimal hat sie es bereits getan. Ein weiteres Schloß, das Armadale Castle aus dem 19. Jahrhundert, beherbergt das Clan Donald Centre. Das Skye Museum of Island Life informiert über die frühere Lebensweise einfacher Pächter und Bauern.
Neben den Cuilins, die aus 70 Millionen Jahre altem schwarzen Basaltlavafelsen bestehen, gibt es noch weitere markante Punkte auf Skye: die Felsenspitze des Old Man of Storr an der Ostküste, die fantastischen Felsenformationen des Quiraing im Norden und der Kilt Rock, eine Steilklippe mit einem Wasserfall.


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