WORTLEHRE


FÜRWÖRTER (PRONOMINA)

 
ich du er sie wir ihr sie
Einf. Form mi thu e i sinn sibh iad
Betonte Form mise thusa esan ise sinne sibhse iadsan


IN TABELLENFORM (ÜBERSICHT)

Singular/Einzahl
Person Einfach Betont
 
1. mi mise ich, mich
2. thu thusa du, dich
3. e esan er, ihn (es)
 
i ise sie Nom./Akk. (es)

Plural/Mehrzahl

1. sinn sinne wir, uns
2. sibh sibhse ihr, euch*
3. iad iadsan sie Nom./Akk.

* Wichtig: auch die höfliche Anrede; "Sie".


DEKLINIERT (DIE FÄLLE)

EINZAHL/SINGULAR

1. Person Einzahl: "ICH"

Fall+ Einfach Betont Reflexiv
Nominativ mi* mise* mi-fein
Genitiv mo** mo...sa mo...fhein
Dativ dhomh dhomhsa dhomh fhein
Akkusativ mi mise mi...fhein
+ Der Vokativ trifft hier nicht zu.

* aspiriert, also mhi und mhise nach den Formen bu und cha (bei der Verbalform is); bu mhi crupadh, ich war (für immer) lahm; cha mhi sona, da bin ich nicht glücklich.

** Immer mit folgender Aspiration: mo chù, mein Hund; mo phiuthair, meine Schwester


2. Person Einzahl: "DU"

Fall+ Einfach Betont Reflexiv
Nominativ tu* tusa* tu-fein*
Genitiv do** do...sa do...fhein
Dativ dhuit*** dhuitsa dhuit fhein
Akkusativ thu thusa thu...fhein
* Als Nominativform wird tu immer aspiriert (also thu) außer bei den bestimmten Verbalformen is und bu, manchmal bei der Relativform der Zukunft und den Konjunktiv in allen Zeiten des Aktiv. Im eigentlichen Akkusativ ist die From immer thu.

** Immer mit folgender Aspiration: do chù, dein Hund; do phiuthair, deine Schwester. Vor Vokalen und f < fh wird do zu d' oder gar t' (do mhathair, deine Mutter; d'fhalt, dein Haar, t'athair, dein Vater): beachte aber nach Präpositionen a) air t'each (nach Konsonant), auf deinem Pferd; do d'each, auf dein Pferd zu (nach Vokal)

*** Auch in nicht aspirierter Form: duit, duitsa, duit fhein


3. Person Einzahl männlich: "ER" +

Fall+ Einfach Betont Reflexiv
Nominativ se, e* esan fhein
Genitiv a** a...san a...fhein
Dativ dha*** dhasan dha fhein
Akkusativ e esan fein, fhein

+ Kann auch mit "es" übersetzt werden, wenn man von Gegenständen die (grammatikalisch) das männliche Geschlecht haben, z.B. An chunnaic thu am pasgan? (Hast du das Paket [im Gälischen männl.] gesehen?); Gu dearabh, chunnaic mi e. Ja, ich habe es [im Gälischen "ihn"] gesehen.

* Zu bemerken ist z.B. bhuail se e ("schlug er ihn")

** aspiriert einen folgenden Mitlaut [Konsonanten]; a mhac, sein Sohn; a chù, sein Hund; a phiuthair, seine Schwester aber niemals ein Vokal oder f ('athair, sein Vater; a' fhalt, sein Haar).

*** bzw. in allen Formen unaspiriert: da, dasan, da fein


3. Person Einzahl weiblich: "SIE" +

Fall+ Einfach Betont Reflexiv
Nominativ si, i* ise fein
Genitiv a** a...se a...fein
Dativ dhi*** dhise dhi...fein
Akkusativ i ise fein
+ Kann auch mit "es" übersetzt werden, wenn man von Gegenständen die (grammatikalisch) das weibliche Geschlecht haben, z.B. An geuraidh thu an sgian? (Wirst du das Messer [im Gälischen weibl.] schleifen?); Och, geuraidh mi i. Doch, ich werde es [im Gälischen "sie"] schleifen.

* Zu bemerken ist z.B. chuala si i ("hörte sie [Nom.] sie [Akk.]")

** aspiriert einen folgenden Selbstlaut (Vokal) mit h- (a h-aithair, ihr Vater) aber niemals einen Konsonanten einschließlich f; a mac, ihr Sohn, a cù, ihr Hund; a piuthair, ihre Schwester; a falt, ihr Haar.

*** bzw. in allen Formen unaspiriert: di, dise, di fein


MEHRZAHL/PLURAL

1. Person Mehrzahl

Fall+ Einfach Betont Reflexiv
Nominativ sinn sinne sinn-fein
Genitiv ar* ar...ne ar...fein
Dativ dhuinn** dhuinne dhuinn-fhein
Akkusativ sinn sinne sinn...fein

* auch Possessivpronomen, aspiriert nicht - ar cù, unser Hund: vor Vokalen wird n- eingeschoben; ar n-athair, unser Vater ** bzw. unaspiriert duinn, duinne, duinn-fein


2. Person Mehrzahl

Fall+ Einfach Betont Reflexiv
Nominativ sibh sibhse sibh-fein
Genitiv ur, bhur* ur...se ur...fein
Dativ dhuibh** dhuibhse dhuibh-fein
Akkusativ sibh sibhse sibh...fein

* auch Possessivpronomen, aspiriert nicht - bhur cù, euer Hund: vor Vokalen wird n- eingeschoben; bhur n-athair, unser Vater.

** bzw. duibh, duibhse, duibh-fein

3. Person Mehrzahl

Fall+ Einfach Betont Reflexiv
Nominativ iad iadsan iad-fein
Genitiv an* an...san an...fein
Dativ dhaibh** dhaibhsan dhaibh-fein
Akkusativ iad iadsan iad fein

* auch Possessivpronomen, aspiriert nicht - an cù, unser Hund; an gille unser Junge - vor b, f, m, p wird an zu am; am bàta ihr Boot, am fìr ihre Männer, am mathraichean ihre Mütter, am peathraichean ihre Schwestern.

** bzw. daibh, daibhsan, daibh-fein

Da man Formen wie am peann (m) der Schreibstift mit am peann "unser Schreibstift" verwechseln kann, verwendet man in solchen Fällen die Form am peann aca für "unser Schreibstift" usw.



DIE BESONDEREN BESITZFÜRWÖRTER MIT "ag" (bei) und "ann" (in)

Diese zwei Präpositionen werden in vielen Redewendungen verwendet, die nicht-gälischen Ohren seltsam klingen. In der neuesten Schreibweise werden die Apostrophen weggelassen.
Zuerst die Formen:

Ag (bei)

*agam -> 'gam bei meiner, bei meinem
*agad -> 'gad bei deiner, bei deinem
*aga -> 'ga bei seiner, bei seinem (das folgende Wort wird aspiriert)
*aga -> 'ga bei ihrer, bei ihrem (das folgende Wort wird NICHT aspiriert)
*agar -> 'gar bei unserer, bei unserem
*agur -> 'gur bei eurer, bei eurem
*agan -> 'gan bei ihrer, bei ihrem
* die Urformen existieren nicht mehr, wurden nur der Erklärung wegen gezeigt.

Diese Formen werden meistens in Verbindung mit den sog. Verbalsubstantiven (die in der nachgebildeten Präsensform zu treffen sind) verwendet. Ein paar Beispiele:
tha e ag òl = er trinkt = er ist jetzt dabei, zu trinken (ist aber ansonsten kein Trinker)
tha e g' òl (ga + òl) = er ist in seinem Trinken = er ist ein ständiger Trinker
vgl: tha i ag òl = sie trinkt / tha i ga h-òl = sie ist Trinkerin

So kann man folgende Wendungen verstehen:
tha e a' creidsinn gu robh thu tinn = er glaubt, du warst krank (er ist am Glauben, daß warst du krank)
tha e'na chreidsinn is Dìa = er glaubt an Gott (er ist in seinem Glauben an Gott)

ANDERE BEISPIELE:
tha mi toilichte dh'fhaicinn = ich bin erfreut bei deinem Sehen = es freut mich, dich zu sehen (do + faicinn -> do + fhaicinn -> dh'fhaicinn)
'gam fhaicinn = bei meinem Sehen = mich zu sehen
'ga faicinn = bei ihrem Sehen = sie zu sehen


Ann (in)

*annam -> 'nam in meiner, in meinem
*annad -> 'nad in deiner, in deinem
*anna -> 'na in seiner, in seinem (das folgende Wort wird aspiriert)
*anna -> 'na in ihrer, in ihrem (das folgende Wort wird NICHT aspiriert)
*annar -> 'nar in unserer, in unserem
*annur -> 'nur in eurer, in eurem
*annan -> 'nan in ihrer, in ihrem
* Urformen, siehe oben


Die Possesivformen mein/dein/sein aspirieren das folgende Wort (wie die einfachen Besitzfürwörter). Diese Formen werden hauptsächlich mit Substantiven gebraucht. 'nam bheachd = in meiner Meinung; meiner Meinung nach
tha e 'na gharradh = er ist in seinem Garten
tha e 'na garradh = er ist in ihrem Garten
tha e 'na thaigh = er ist in seinem Haus
tha e 'nar taigh = er ist in unserem Haus
tha e 'na bhàta = er ist in seinem Boot


BEI ZUSTÄNDEN UND EIGENSCHAFTEN:

tha mi nam chabhaig ich habe es eilig (wörtl. ich bin in meiner Eile)
chan eil thu 'nad chabhaig du hast es nicht eilig (wörtl. du bist nicht in deiner Eile)
tha e na shlainte er ist gesund (wörtl. er ist in seiner Gesundheit)
tha i na ciall sie ist bei Sinnen (wörtl. sie ist in ihrer Vernunft)
bha sinn nar chabhaig wir hatten es eilig (wörtl. wir waren in unserer Eile)
bìthidh sibh 'nur tinneas ihr werdet krank sein (wörtl. ihr werdet in eurer Krankheit sein)
tha iad na cuthach sie sind verrückt (wörtl. sie sind in ihrer Verrücktheit)
tha e 'na ghaisgeach er ist ein Held (wörtl. (in seinem Held)
tha e 'na dhuine uasal er ist ein Gentleman (wörtl. in seinem aufrichtigen Mann)
tha e na bhreugair er ist ein Lügner (in seinem Lügner)
bha i 'na mnaoi ghlic sie war eine weise Frau (in ihrer weisen Frau)
tha e 'na aon-fhear er ist allein (in seinem ein-Mann)
tha an duine 'na bhalbhan er ist ein dummer Mensch (in seinem Dummen)
tha a'bhean 'na balbhan sie ist eine dumme Frau (in ihrer Dummen)
tha e 'na Shasunnach er ist Engländer
tha i 'na Sasunnach sie ist Engländerin
tha mi 'nam Ghearmailt ich bin Deutsche(r)
tha e 'na Ghearmailteach ich bin Deutsche(r)
tha e 'na Fhrangach er ist Franzose
tha e 'na Iadailteach er ist Italiener
tha e 'n' Ostaireach er ist Österreicher
tha e 'n' Eilbheiseach er ist Schweizer
tha i 'na Gearmailteach sie ist Deutsche
tha i 'na Frangach sie ist Französin
tha i 'na h-Iadailteach sie ist Italienerin
tha i 'na h-Ostaireach sie ist Österreicherin
tha i 'na h-Eilbheiseach sie ist Schweizerin
cha'n eil ann ach Sasunnach er ist ein typischer Engländer (nicht ist in ihm außer Engländer)
cha'n eil anam ach Gearmailteach ich bin typisch deutsch (nicht ist in mir außer Deutscher)


BEI BERUFEN:
tha mi 'nam chiopair ich bin Hirte(wörtl. ich bin in meinem Hirt)
tha thu 'nad innlich du bist Ingenieur (wörtl. du bist in deinem Ingenieur)
tha e na thuathanach er ist Landwirt (wörtl. er ist in seinem Landwirt)
tha i na ban-rùnaire sie ist Sekretärin (wörtl. sie ist in ihrem Frau-Schreiberin-sein)
tha sinn nar ailtireann wir sind Architekten (wörtl. wir sind in unseren Architekten)
tha sibh 'nur ciopair ihr seid Hirten (wörtl. ihr seid in eurem Hirt-sein)
tha iad 'nan poileaseann sie sind Polizisten (wörtl. sie sind in ihren Polizisten)


MIT VERBALFORMEN/TÄTIGKEITEN:
tha iad 'nan cadal sie schlafen (gerade) (wörtl. sie sind in ihrem Schlafe)
tha e 'na chadal er schläft (gerade) (wörtl. er ist in seinem Schlafen)
tha iad 'nam seasamh sie stehen (gerade) (wörtl. sie sind in ihrem Stehen)
tha i 'na laighe sie liegt (gerade) (wörtl. sie ist in ihrem Liegen)
tha clann 'nan cinntin die Kinder wachsen (wörtl. die Kinder sind in ihrem Wachsen)
tha sinn 'nar tilgeil chlach wir werfen Steine (wörtl. wir sind im Werfen von Steinen)
a'bheil thu 'nad threigsinn an taigh agad? verlässt du dein Haus? = ziehst du aus? (wörtl. bist du in dem Verlassen des Hauses bei dir?)
a'bheil i 'nad chluintinn? hört sie dich? (wörtl. ist sie in deinem Hören?)
a'bheil thu 'na cluintinn? hörst du sie? (wörtl. bist du in ihrem Hören?)
an robh na chaorach 'nan briseadh a chrò? brachen die Schafe ständig (immer wieder) den Stall? (wörtl. waren die Schafe in Brechen des Stalls?)


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