ZUM GÄLISCHEN: ALPHABET, SCHRIFT UND AUSSPRACHE


Es ist schwer, die Aussprache einer ganzen Sprache schriftlich darzulegen, geschweige denn sie zu erklären. Zudem finden wir in der heutigen Gaidhealtachd (Gältacht, Urkeltisch *gadelos-tacus) etwa drei Dialekte und eine Schriftsprache, die sich einer ständigen Normierung unterwirft. Jedes Wörterbuch (bisher nur Gälisch-Englisch und umgekehrt) bietet, wenn überhaupt, eine ungefähre Aussprache, für Englischkundige gedacht und nach verschiedenen Systemen aufgebaut. Das Folgende kann also nur ein Versuch bleiben, dem deutschsprachigen Publikum eine Orientierung zu bieten. Am besten wird es immer sein, mit einem Gälisch sprechenden zu üben, als zweite Wahl durch verschiedene Medien seine Aussprache zu üben und zu kontrollieren. Daher kann ich für die 100prozentige Korrektheit dieser Abhandlung nicht bürgen; nur weiß ich, daß es in deutscher Sprache keinen besseren Überblick gibt. Nach der von James MacPherson (Seamus Mac a'Phearsoin, 1736-1796) in ganz Europa ausgelösten Ossian-Begeisterung gab es im Deutschen verschiedene Versuche, aber es bleib einzig bei dem von Robert Motherby (Pseudonym?) herausgegebenen Taschen-Wörterbuch des Schottischen Dialekts mit den Erklärungen der Wörter in Englischer und Deutscher Sprache ... nebst einem Anhang von Noten zur Erklärung Schottischer Sitten, Gebräuche, Sagen usw., Königsberg 1826 im Verlag der Gebrüder Vornträger. Als keltische Sprache hat nur das Irische bisher im deutschsprachigen Raum weitere Verbreitung gefunden. Es ist mein Wunsch, daß das Gälische Schottlands auch zugängig wird, bevor diese Sprache zu den ausgestorbenen Arten gehört.


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Obwohl die gälische Sprache über etwa (je nach Dialekt) 65 verschiedene Laute verfügt, hat sie (als Erbe des lateinischen Mittelalters und der irischen Ursprache) nur 18 Buchstaben:

Vokale:     a o u e i

Konsonanten:     b c d f g l m n p r s t

Hauchlaut:     h

MERKE: Kein einheimisches gälisches (oder irisches) Wort fängt mit h an.

Als Aspirationszeichen gibt es das H konsequent und als Notlösung erst seit etwa 1600. Beispiel: heute spricht und schreibt man Brìde (Brigitte), früher half man sich mit Brìghde um zu zeigen, daß das g vom noch früheren Brìgde nicht mehr gesprochen wird. Oder: die englische Schreibweise Cameron entspricht der heutigen Aussprache von Camshron, einem Familien- (und ursprünglich Beinamen), aus dem Adjektiv cam (krumm) und sròn (m) Nase, nach alter genitivischer Aspiration durch Zusammensetzung mit Verlust des s-Lautes zu shròn entwickelt und eingesechobenem Schwa-Laut (Cam-a-shròn): im 15. Jahrhundert schrieb man den Namen tatsächlich noch ohne H (apud Scotorum oppidum dixit de Camsronni).

Das heißt, anders herum, daß es im Gälischen die Zeichen

j k q v w x y und z nicht gibt.

Für die Vokalkombinationen   ai, ao, ea, ei, eo, eu, ia, io, iu, oi, ua, ui   (Diphthonge) sowie   aoi, eoi, iai, iui, uai   (Triphthonge), siehe weiter unten.

Die Vokale unterteilt man in:

breit:   a o u         eng:   e i

Die Regel bei Wortbildungen lautet:   Leathan ri leathan agus caol ri caol = Breit zu breit und eng zu eng: z.B. tog + idh > togaidh (werde heben); suil + an > suilean (Augen); fàg + idh > fàgaidh (werde gehen); cuir + idh bleibt cuiridh (werde stellen)

Die Konsonantengruppen sind:

Palatal- oder Gaumenlaute:   c g
Lingual- oder Zungenlaute:   l n r
Labial- oder Lippenlaute:   b f m p
Sibilanten oder Zischlaute:   s
Dental- oder Zahnlaute:   d t
ein Hauchlaut (nicht selbstständig)   h

Die aspirierten Laute sind:

einfacher Laut:   b c d f g l m n p r s t
aspirierter Laut:   bh ch dh fh gh l mh n ph r sh th

l n r sowie s mit folgendem g m p r t haben keine Aspirierung (d.h. kein h oder Hauchlaut)

tl- sowie mn- können nicht aspiriert werden

Akzente

>>accent grave<<:   à   è   ì   ò   ù
>>accent aigu<<:     á   é   í   ó   ú   (jetzt nur in älteren Texten)

Früher z.B. unterschied man (was) und (heute)

Unter dem Einfluß einer aus dem Irischen kommenden Vereinfachung verwendet die heutige Schreibweise zunehmend in allen Fällen das >>accent grave<<.

Mischlaute (Vokale)

Diphthonge oder Doppelvokale:   ai   ao ;   ea   ei   èi   eo   eò   eu ;   ia     io   ìo   iu ;   oi   òi   ua   ui   ùi

Triphthonge   oder Dreiervokale:   aoi   eoi   iai   iui   uai


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AUSSPRACHE KOMPLETT - ALPHABETISCH

A a wir finden das kurze a (wie im Deutschen) z.B bei bata (m) Stock, apaich (Adj) reif, lagh (m) Gesetz, aber lang vor dh, z.B. ladhran (m) Hufe
vor ll und nn wie das schwedische a (engl. aw in law): call (m) Verlust, dall (Adj) blind;, ann (Präp) auf, clann Kinder
À à wie langes deutsches a; bàrd (m) Dichter, bàta (m) Boot, dàn (m) Gedicht, bàn (Adj) weiß
ai das kurze i färbt sich auf das kurze a ab, daher etwa wie kurzes deutsches Ä; athair (m) Vater, airgiod (m) Geld, aite (m) Ort, daimh (f) Verwandschaft, daimh (m Gen) eines Ochsen, tais (Adj) weich, airm (m plur) Waffen, tairbhe (f) Gewinn
ài das i ist stumm, daher wie langes deutsches A; Màiri Maria, fàilte (f) Gruß, Willkommen; dàil (f) Versammlung
ao nicht ganz wie das deutsche AU [Bau]; caora (f) Schaf, aodach (m) Kleidung, aonar (m/f) eine(r) allein, aog (m) Tod
aoi alle Laute gleichwertig [wie "Ahoi" ohne h]; naoi neun, aoibh (f) gutes Aussehen, aois (f) Alter
B b ein sehr weiches B, fast wie ein deutsches P; baile (m) Stadt, obair (m) Arbeit, balach (m) Junge, bean (f) Frau, beir (Vb) tragen, bi (Vb) sein, (f) Kuh, breac (m) Hecht, buth (f) Laden, Geschäft, bàrd (m) Dichter
Bh bh am Anfang und am Ende wie ein deutsches W: bha war, a'bhord (f) der Tisch, a Brìghde! O Brigitte! clach bheag (f) kleiner Stein, mo bhean meine Frau, bhuail mi ich schlug: gabh (Vb) nehmen, sibh (Pron.) ihr, Sie, dhomh zu mir
in der Mitte fast stumm (Vokalverlängerer), einem englischen w-Laut ähnlich: leabhar (m) Buch, dubhar (m) Schatten, gobhar (f) Ziege.
Ausnahmen: an abhainn (f) der Fluß, an abhag (f) Terrier, Erdhund; cabhag (f) Eile
am Ende auch stumm: dubh (Adj) schwarz
C c immer wie ein K auszusprechen; càrn (m) Steinhaufen, céilidh (m) Treffen, Fest; cabhag (f) Eile, caol (Adj) eng, cas (f) Fuß, ceol (m) Musik, clach (f) Stein, coig fünf, craobh (f) Baum, cuan (m) Meer, Ozean, cuiridh mi ich werde stellen; vor i etwas schärfer: cinn (m plur) Köpfe, cian (Adj) langweilig, cill (f) Zelle, Kirche; cinnseal (m) Anfang, ciotach (Adj) linkshändig
c am Ende des Wortes oder am Ende einer Silbe mit darauffolgenden Vokal wird stark gehaucht, etwa wie im Deutschen ich kaufte: mac (m) Sohn, breac, bric (m) Hecht, ic (Vb) heilen, des Hechtes; aca (Präp) zu ihnen, aice (Präp) zu ihr; Ausnahmen sind chunnaic (Vb) sah, ionraic (Adj) gerecht, òirdheirc (Adj) berühmt, éiric (f) Lösegeld
Ch ch am Anfang, in der Mitte und am Ende wie hartes deutches CH (ach!): a'chlach (f) der Stein, a Chalum! O Calum!: rachamaid laß uns gehen, clachan von Steinen, mo chù mein Hund, achadh (m) Feld: coileach (m) Hahn, caointeach (f) Weinen
vor und nach i (oder einem von i gefärbtem Vokal) wie weiches deutsches CH in ICH: chì mi ich werde sehen, deich (Nr) zehn, eich Genitiv singular und Nominativ plural, eines Pferdes, Pferde [Nominativ each (m) Pferd]
Ausnahme: in oidhche (f) Nacht, wird das ch durch das vorhergehende dh weich gemacht (wie CH in ICH), das dh verstummt und das e wird JE ausgesprochen
chd nur bein Substantiven, nur am Ende:
1) wie deutsches cht [Nacht]; Gaidhealteachd das Gälisch sprechende Gebiet (in Schottland oder Irland)
2) wie deutsches chk [Buchkante]; beannachd (f) Segen; seachd sieben, ochd acht
Cn cn wird heute meistens wie cr ausgesprochen werden; cnò f Nuß, cnoc (m) Hügel, cnàimh (m) Knochen, cnac (f) Spalte
D d ein sehr weiches D, fast wie ein T, immer hart vor A, O oder U; zwei, cadal (m) Schlaf, dall (Adj) blind, dorus (m) Tür, dubh (Adj) schwarz
wie deutsches DSCH vor E oder I; ? was?, deanabh (Part. Präs.) tun, deich zehn, an diugh heute, dìreach vb. steigen [für d nach i siehe unter i]
D bleibt D vor ea (einzige Ausnahme): dean (Inf.) tun, machen
Am Ende wie T (einzige Ausnahme): ged (Konj) obwohl
Dh dh am Anfang klingt dh etwa wie ll im französischen "taille, brillant, veille": mo dhan (m) mein Gedicht, dhachaidh heimwärts, nach Hause; bò dhonn (f) braune Kuh, a Dhomhnall! O Donald!, an uair mu dheireadh letztes Mal, trì fìr dheug dreizehn Mann, is aithne dhomh ich weiß, Mo Dhia! Mein Gott!, dheibh von euch
in der Mitte adharc (f) Horn; in oidhche (f) Nacht, wird das ch durch das vorhergehende dh weich gemacht (wie CH in ICH), das dh verstummt und das e wird JE ausgesprochen
am Ende   1) hart wie ch: seadh! also! in den partizipialen Präsensformen wie briseadh brechend, fosgladh öffnend, innseadh erzählend, in der Futurbildung wie cuiridh mi ich werde stellen, òlaidh mi ich werde trinken, cuiridh mi ich werde säen   2) weich wie CH in ICH nach einem i: fèidh (m pl) Rehe (sing fiach)   3) stumm: air feadh nan eoin unter den Vögeln, faodaidh mi ich darf, ruadh (Adj) rot, uiridh letztes Jahr, ag radh sprechend, fanaidh mi ich werde bleiben, stèidh (f) Grund, Basis   4) wie deutsches DSCH (sehr selten): achadh (m) Feld
dh'fh zur Bildung der Vergangenheit wurde das Partikel do vorgesetzt, das den folgenden Konsonanten wo möglich aspirierte (z.B. buail schlagen, do bhuail mi ich schlug). Heute ist das do vor Konsonanten verschwunden, die Aspiration aber bleibt (bhuail mi ich schlug), vor einem Vokal wird das do durch rückwärtige Aspiration zu dh- (innis fragen, dh'innis mi ich fragte); da f bei der Aspiration zu fh stumm wird, behandelt man es wie ein Vokal (aber fh bleibt damit man die Grundform des Verbs noch erkennen kann). Daher findet man nur bei Verben die mit "f" anfangen und ein vorgesetztes do haben die eigenartige Schreibweise dh'fh, was wie ein dh (oder gh) ausgesprochen wird. dh'fhag mi e ich verließ ihn (fag verlassen), dh'fhosgail i an dorus sie öffnete die Tür (fosgail öffnen), dh'fhalbh sinn am baile wir verliessen die Stadt (falbh weggehen), dh'fhas am fraoch gu luath Das Heidekraut wuchs schnell (fas wachsen), dh'fheoraidh mi an righ ich fragte den König (feoraich fragen)
Dl dl wie TL (dt. mitlaufen): dlòth (f) Bündel, dleas (m) Verdienst, dlighe (f) Gesetz, dlùth (Adv) nahe
E e 1) wie das erste E im deutschen Essen, z.B. bei e (Pron.) er, leth (m) Hälfte, teth (Adj) heiß, niemals stumm wie im Englischen.   2) am Ende kürzer wie das zweite E im deutsche ErdE; prìse (f) Preis, coille (m) Wald, baile (m) Stadt; ea, eo als Halblaut (j, y); am Anfang eines Wortes vor einem anderen Vokal wird e wie ein deutsches "j" ausgesprochen: each (m) Pferd, Eadailt (f) Italien, Eoin (Johannes, engl. John) [vergleiche auch unter I unten], eòlas (m) Wissen
È è langes e wie bei ? was?, (Präp) während, gnè (f) Art, (früher ) gestern, (früher ) (m) Erde
ea wird wie JA ausgesprochen: eanraich (f) Fleischsuppe, eala (f) Schwan, Earrach (m) Frühling; im Wort etwas dunkler: fear (m) Mann, geall (m) Verpflichtung, lean (Vb) folgen
ei etwa wie englisches ay in way: eiginn (Pron) einige, eigir (Adj) winzig, eisg (f) Schimpdichter, Spotter; ceist (f) Frage
èi etwa wie englisches ay in way, bloß etwas länger; cèilidh (m) Treffen, Fest; èigh (f) Schrei, Èirinn (f) Irland, cèile (f) Braut
eo wird wie JO in JOLLE ausgesprochen: eog (m) Lachs, beothail (Adj) lebhaft
wie JOH im dt. JOHLEN: ceòl (m) Musik, eòlas (m) Wissen
eoi wie dt. "JOI"
eòi ein längeres O in JOI: eòin (m plur) Vögel
eu kein vergleichbarer Laut im Deutschen: eun (m) Vogel, treun (Adj) tapfer, stark, euceart (Adj) unrecht, eugmhais (f) Besitz, ceum (m) Stufe, ceutadh (m) Vergnügen
F f wie das deutsche F; fada (Adj) lang, fear (m) Mann, sinn fein wir selbst, fiadh (m) Hirsch, fion (m) Wein, fliuch (Adj) nass, fosgailte (Part.) geöffnet, fraoch (m) Heidekraut, Erika; fuar (Adj) kalt
Fh fh kommt nur am Anfang vor   1) stumm: aon fhear, dà fhear ein Mann, zwei Mann; glè fhuair sehr kalt, glè fliuch sehr naß, a'Fhrang Frankreich, an t-éirig a'Fhrangannach des Franken Lösegeld
2) wie deutsches H nur in: fhathast noch, fhuair mi (unreg.) ich bekam, fhein selbst (neben fein) sowie im Vokativ: a Fhergus! O Fergus!
G g 1) fast wie ein K; Garasdan (die Stadt Fort William, vom Engl. Garrison = Kaserne), gabh (Vb) nehmen, gaol m Zuneigung, glas (Adj) grau, gradh m Liebe, gu Adverbialpräfix [math = gut, gu math = wohl], gaoth (f) Wind
2) ein sehr weiches G (fast wie ch in Öhrchen): gearr (Vb) schneiden, gille (m) Knabe, gèill (vb) aufgeben, giolc (Vb) biegen, geas (f) Zauberspruch
Gh gh am Anfang wie dh (siehe oben) oder weiches deutsches CH wie in ICH, besonders vor e und i: gheibh mi ich werde finden, a ghille! Junge! sgian gheur (f) ein scharfes Messer, ghearr mi ich schnitt: vor anderen Vokalen und Konsonanten ein noch weicheres CH: glè ghlan sehr sauber, an caora gheal (f) das weisse Schaf, mo ghuth (m) meine Stimme
in der Mitte und am Ende stumm (verlängert die entsprechenden Vokale wie Engl. high, neighbour, thought): Mac-Eòghan MacEwan, taigh (m) Haus, righ (m) König
H h steht im Gälischen niemals allein - Aspirationszeichen
I i wir finden das kurze i wie bei ministair (m) Pfarrer, am bhithidh thu wenn du wärest, etwas länger bei min (f) Mehl. Vor einem anderen Vokal wird i wie ein deutsches "j" ausgesprochen: iasg (m) Fisch, iolair (f) Adler
"Vorlaufendes" i beeinflußt AM ENDE eines Wortes folgendes d und t, sodaß id und it wie deutsches "itsch" ausgesprochen: cait? wo? porid Haferbrei (engl. porrige), tuit (Vb) fallen; is am Ende wird wie ISCH ausgesprochen, gluais (Vb) sich bewegen, banais (f) Hochzeit
Ì ì langes i wie im deutschen TIER: bei ìm (m) Käse, ìth (Vb) essen, sgìth müde, sìd (f) Wetter, dìth (m) Mangel
I = j als Halblaut (j, y); am Anfang eines Wortes vor einem anderen Vokal wird i wie ein deutsches "j" ausgesprochen: iarainn (m) Eisen, iolair (f) Adler, iuchair (f) Schlüssel [vergleiche auch unter E oben]
ia zwischen JA und JO: ciall (f) Vernunft, iar (f) Westen, ialtag (f) Fledermaus
iai sehr selten: wie dt. "JAI"
io 1) am Anfang wie JO; iolair (f) Adler, iomlan (Adj) ganz;   2) in der Mitte heute meistens ia geschrieben; ciont (m) Schuld, fionn (Adj) weiß; 3) fast wie Ü in HÜTTE: ciod? was?
ìo wie ein langes I: lìon (Vb) füllen
iu wie JU in JUCKEN: iubhar (f) Eibe, iursach (Adj) dunkel; mit stummem i in an diugh heute
wie JU in JURA: fiù (Adj) wertvoll; mit stummem i: diùlt (Vb) ablehnen
iui selten: wie dt. "JUI"
iùi selten: wie dt. JUL: iùil (m) Führung
J j wird im Gälischen nicht verwendet: stattdem finden wir i wie bei Iàbha (Java), Ièrusalem (Jerusalem), Iòsaiph (Joseph), Iùpitair (der Planet Jupiter). Weiter Beispiele: Iain (Johannes, engl. John), Taigh Iain Ghròta John o' Groat's House (Haus des John o' Groat, nördlichste Spitze Schottlands), Seonag (Johanna), Seamus (James, Jakob), An t-Seapan (Japan), Iòna (heilige Insel Jona vor der Westküste Schottlands, erste Kirche vom Heiligen Columban gebaut), Sìne (Jane/Jenny/Jean), Seònaid (Janet, Jeanette), Iùdhach (Jude), Sèonag (Joan, Jeanne)
K k wird im Gälischen nicht verwendet: stattdem finden wir c wie Carl [Karl], ciopair (m) Hirt [vom Engl. keeper], cangurù (m) Känguruh. Weitere Beispiele: Cathal (Kathel in Irland), Ceit, Ceiteag, Catrìona (Kate, Katie; Katharina, Käthchen), Loch Ciaran (Loch Kearan), Ceannaideagh (Kennedy), cipair (m) geräucherter Hering [vom Engl. kipper]
L l fast wie das deutsche L; latha (m) Tag, lean (Vb) folgen, leth (m) Hälfte, lionn/liann (m) Bier, long (f) Schiff, luch (f) Maus. Ein le am Ende eines Wortes wie "lje" [wie etwa in Taille]; baile (m) Stadt, gille (m) Junge
ll wie das ll im französischen "brillant, briller, taille"; oder das lli im deutschen "Million": pilltinn (Part) zurückkehrend, gille (m) Knabe, Junge
M m wie das deutsche M; mathair (f) Mutter, meud viel, mile (m) Tausend, mnà (f, Mehrzahl) Frauen, monadh (m) Berg, mullach (m) Gipfel. Gälisches me am Ende eins Wortes hört sich fast wie "mje" an
Mh mh am Anfang wie deutsches W: a Mhairi! O Maria! do mhathair (f) deine Mutter, glè mhath sehr gut, mharcaich mi ich ritt, am fras mhoch (f) der frühe Regen, cearc mhaiseach (f) hübsche Henne
in der Mitte   1) wie deutsches AU: amhlair (m) Idiot, amhluadh (m) Verwirrung, geamhradh (m) Winter, samhladh (m) Gleichnis, sglamhruinn (f) Schelte   2) stumm: comhradh (m) Gespräch, comhla ri zusammen mit
am Ende:   1) wie deutsches W: làmh (f) Hand, ràmh (m) Ruder, cnàimh (m) Knochen, dhomh zu mir   2) wie englisches W nach a und o: amh (Adj) roh, còmhramh (m) Gespräch
N n 1) wie das deutsche N, sonst vor E und I wie NJ; nach daß nicht, naoi neun, neul (m) Wolke, a nis jetzt, nuas unten. Gälisches ng ist wie das ng im Englischen [anger, finger], etwa wie deutsches nk [Anker, Unke] auszusprechen; trang Adj. fleißig, beschäftigt, long (f) Schiff. Ein ne am Ende eines Wortes wird "nje" ausgesprochen; duine (m) Mann, Mensch, baine (Komp.) heller [ban (Adj) hell]
nach c, g, m, t gewöhnlich (heute) wie r ausgesprochen: cnàmh (Vb) verfallen, gnìomh (m) Tat, mnàthan, mnà (f pl) Frauen , tnùth (m) Neid
ng wie NK auszusprechen (vgl. Engl. finger, anger, single): trang (Adj) beschäftigt, long (f) Schiff, cumhang (Adj) eng
nn wie deutsches nj [Anja] oder spanisches ñ [cañon]; bainne (f) Milch
O o kurzes o wie bei dorus (m) Tür, ochd acht, oran (m) Lied, ord (m) Hammer, cor (m) Zustand, a dol (Part) gehend, crodh (m) Vieh, etwas dunkler vor n: lòn (m) (engl. lawn) Wiese
Ò ò langes o wie bei òl (Vb) trinken, (f) Kuh, òr (m) Gold, còrr (m) Schnabel; das o ist auch vor ll und nn lang und dunkel: fonn (m) Land, toll (m) Loch
oi wie deutsches EU, ÄU [Euter, Häuser]; sgoil (f) Schule
òi wie langes OH gesprochen: clòimh (f) Wolle, heute auch clò geschrieben
P p wie das weiche deutsche P; Pàdraig Patrick, pairc (f) Park, peann (m) Feder eines Vogels, Schreibstift; piob (f) Pfeife, Sackpfeife; port (m) Hafen, preas (m) Busch, punnd (m) Pfund
Ph ph am Anfang und in der Mitte wie deutsches F oder PH: phill mi ich kehrte zurück, pòsda mi si ich heiratete sie, a phòg sein Kuß, do phiuthair deine Schwester, a Phadraig! O Patrick! dà pheann zwei Schreibstifte, MacPhàill MacFail, a'phoit (f) der Topf, sàphair (m) Saphir (kommt am Ende nicht vor)
Q q wird im Gälischen nicht verwendet: stattdem finden wir cu wie bei Cuebèc (Quebec), Cuirìnus (Quirinus im Neuen Testament), oder c bei älteren Wörter wie caistean (m) Frage [vom Engl. question]. Weitere Beispiele: Cuaigear Quaker, Fearchar (Farquhar), MacFhearchair (Farquharson), Gleann Cuaich (Glen Queich), An Coireall (Querrell), Caointean (Quentin), Mac a'Chuinnseidh (de Quincey)
R r gerollt, wie das bayerische R; radh (Vb) sprechen, reden; ramh (m) Ruder, reic (Vb) verkaufen, righ (m) König, ruadh (Adj) rot, ruig (Vb) geben, reichen. Gälisches re am Ende eins Wortes wird fast wie "rje" ausgesprochen [wie etwa Arie]
S s immer stimmlos, wie deutsches ß oder SS vor A, O oder U; Sabhainn (m) Samstag, saor (m) Schreiner, sgian (f) Messer, sgoil (f) Schule, sliabh (m) Moor, sona (Adj) glücklich, sporan (m) Geldbeutel, spog (f) Kralle, Pfote; sruth (m) Bach, stigh hinein, einwärts; suidh (Imper.) setz' dich, suil (f) Auge
ODER wie deutsches SCH vor (oder nach) E oder I; sealadh (Vb) jagen, sean (Adj) alt, seo hier, seoladair (m) Soldat, sinn wir, sine (Komp.) älter, siucar (m) Zucker, seòmar (m) Zimmer
sg wie deutsches sk [Skat]; sgoil (f) Schule, sgrìobh Vb. schreiben
Sh sh am Anfang wie deutsches H: a Sheamuis! O Seamus! glè shalach sehr schmutzig, dà spàn shiucair zwei Löffel Zucker, shuidh mi ich saß (kommt in der Mitte und am Ende nicht vor)
sl wie deutsches sl oder ßl [auslaufen, Eßlöffel]; slat (f) Stab, Rute
sn wie deutsches sn oder ßn [Ausnahme, Pißnelke]; snog Adj. nett, schön
sp wie deutsches sp [Haspel]; spàin (f) Löffel
sr mit gerolltem r im deutschen sr [ausruten]; sròn (f) Nase, sràth (m) Straße
st wie norddeutsches st (ßt); stad Vb. halten
T t immer hart, wie deutsches T vor A, O oder U: tapadh (m) Dank, taigh (m) Haus, tog (Vb) heben, tuath (m) Norden
ODER wie deutsches TSCH vor (oder nach) E oder I; teine (m) Feuer, teich (Vb) fliehen, Teorlas (Charles), tilg (Vb) werfen
te/ti   wie deutsches tsch: teth Adj. heiß, teine (m) Feuer [t nach i siehe unter i]
t-   nur beim Artikel; das t- vor s wird wie t ausgesprochen, aber das s wird stumm; an t-suil (f) das Auge, an t-slat (f) der Stab; an t-srutha (m.Gen) des Bachs
Th th am Anfang wie deutsches H: tha ist, a Thòmas! O Thomas! glè tapaidh sehr klug, mo tharbh (m) mein Stier, thig mi ich werde kommen, thug mi ich gab. Ausnahme thu (stummes th) du
in der Mitte entweder wie H (Dialekt im Südwesten Schottlands) oder stumm: ceithir vier, fhathast noch, is aithne dhomh ich weiß, latha (m) Tag (auch ), athair (m) Vater, bathar (m pl) Güter
am Ende immer stumm: math (Adj) gut, gràth (m) Liebe, bàth (Vb) ertrinken
Tl tl wird wie TR ausgesprochen: tlàthas (m) Milde, tlugh (m) Zange, tlusail (Adj) barmherzig
Tn tn wird wie TR ausgesprochen: tnùth (m) Neid
U u kurzes u wie bei muc (f) Schwein, ud drüben, cur (Part) sendend, schickend; guth (m) Stimme, ubag (Adj) verzaubert, verhext
Ù ù langes u wie bei ùr (adj.) neu, ùprait/ùpraid (f) Streit
ua wie bayerisches UA [Fuaß, Gruaß]: tuath (m) Norden, cluas (f) Ohr
ui wie deutsches UI [hui!], bloß etwas kürzer; suil (f) Auge; mit stummem i: sluig (Vb) schlucken, duine (m) Mann, Mensch
ùi wie langes U: dùil (f) Hoffnung
uai wie WE im Engl. WET; uaibh (Pron) von euch, uaine (Adj) hellgrün, uaill (f) Stolz
U = w u ersetzt das englische "w"; Èduard, Uilleam, uinneag (f) Fenster, Uic (die Stadt Wick)
V v wird im Gälischen nicht verwendet: stattdem finden wir meistens bh oder u (für englisches w) Uàlan, Bhàlanten (Valentin), Bhatairnis (Vaternish), A'Bheinn mheanabh (Ben Venue), Loch Bheothail (Loch Voil, Eileann Bhuidha (Vuya, Insel)
W w wird im Gälischen nicht verwendet: Cuimridh bzw. Tìr nan Breatannach (Wales = Land der Briten), Breathnach (Walsh), Bhàtair, Bhàltair (Walter), Uaimh (Weem), An dail shuas ud (Westerdale), MacGhille bhàin (White), Inbhir-Ùig (Wick, Stadt in Nordschottland), Uilleam (William), Uileachan (Willie), MacUilleim (Wilson), Una (Winifred), Beinn Uais (Ben Wyvis)
X x auch nicht gälisch: x-ghath (Röntgen, X-ray), sèileafon (m) Xylophon, sèinon (m) Xenon
Y y auch nicht gälisch: A'Cheir éud (Yairhead), géola Jolle (engl. yawl), Iùdhach (Yiddisch), Iòrc (York), Siorrachd (Yorkshire), Iùgoslabhia (Jugoslavien, engl. Yugoslavia)
Z z auch nicht gälisch:Zink = sinc, Sion (engl. Zion) = Síon, Zelot = fear dealasach


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Über die Aussprache der NAMEN könnte man ein großes Buch schreiben, aber:

Einige kleine Randbemerkungen: Brùs (Bruce), Mòr, Mòrag (Vorname, engl. Sarah, Sally), Ruarigh oder Ruadhrigh (engl. Rory, aus Roderick), MacGille Seathanaich oder Seadhgh (Familienname: Shaw), Soibhan oder Sean (Vorname, engl. Shawn), Sealtain (Shetland), Uàlis (Wallace). Anglisierte Formen mit Sh- bilden S- im Gaelischen; der in England benutzte Name Hamish ist in Wirklichkeit nur die Vokativform von Seamus (d.h. Sheamais oder James): biblische Namen sind einzeln nachzuschlagen, da einige traditionelle Schreibweisen haben bzw. aus dem Irischen stammen.


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Das sogenannte "SCHWA"

Wie spricht ein Italiener "Kaltguß" oder "er macht" aus? - es klingt wie caltagussa und eramachte. In manchen Sprachen wird ein Vokal zwischen zwei schwierigen Konsonanten eingefügt. Dies nennt man aus der hebräischen Grammatik "SCHWA", das bekannteste Beispiel hierfür ist Schmuel > Sch'muel > Schamuel (also mit eingefügtem a), auf Deutsch Samuel. Der neue Laut entspricht meistens dem vorausgehenden Vokal. Im Gälischen findet man ein Schwa in folgenden Beispielen:

L vor einem Konsonanten:
 
Aussprache (etwa)
Alba (f) Schottland Allapa
calma (Adj) tapfer kalama
calpa (m) Wade kallapa
dealbh (m) Bildnis dschalaw
dh'fhalbadh (Vb) würde weggehen chjalawah
doilgheas (m) Trauer doilechaß
galghad (f) Held galachat
salchar (m) Dreck salachar
tilg (m) werfen tschilik

M vor einem Konsonanten:
 
 
aimsir (f) Zeit ämaßier
imlich (Vb) lecken imilich
imnidh (f) Sorge iminih
imrich (f) Umzug imirich
iomlan (Adj) vollkommen jomalan
iomradh (m) Erwähnung jomarah
timcheall (m) Umkreisung tschimichjoll

N vor einem Konsonanten:
 
 
ainm (m) Name änem
banbh (m) Brachland banaw
cainb (f) Hanf känep
ceann-bhaile (m) Hauptstadt kjanna-wahlje
cinnseal (m) Anfang kinnischjoll
eanchainn (f/m) Gehirn janachän
eanghlas (f) Brei janachlaß
eanraich (f) Fleischsuppe jannaräch
gainmheach (f) Sand gänäwach
inbhe (f) Rang iniwä
inbhir (m) Flußmündung iniwir
inghean (f) Tochter inichjan
ionraic (Adj) gerecht jonnarick
ionnsaich (Vb) lernen jonnasäch
seanmhathair (f) Großmutter schjanawahär

R vor einem Konsonanten:
 
 
airgiod (m) Geld ärragött
arbhar (m) stehender Korn arawar
àrmach (m) Bewaffnung ahramach
àrmhach (f) Schlachtfeld ahrawach
borb (Adj) wild borropp
carghus (m) Lenz karachuß
dearmad (m) Vernachlässigung dschjäramatt
dearmhadh (m) Beweis dschjärawah
dorch (Adj) dunkel doroch
gorm (Adj) grün gorom
lorg (f) Stab lorok
marbhadh (m) Töten marawah
morghan (m) Seesand morochan
oirbh (Präp) auf euch euriw
oirnn (Präp) auf uns eurinn
soirgheas (m) günstiger Wind ßäurechaß
tarbh (m) Stier taraw

vor mh:
 
 
seasmhach (Adj) Festigkeit schjaßawach
eugmhais (f) Besitz öckawäiß

Das unsichtbare H

Bei Verlängerung eines Vokals (vgl. das Deutsche "Dehnungs-H" z.B. Jahr, Ehre, Mohr, Uhr) hört man im Gälischen bei der Aussprache ein stark gehauchtes H, nicht ganz so stark wie das CH im deutschen ICH, das allerdings nie geschrieben wird. Die wichtigsten Beispiele sind:

aca (Präp) zu ihnen ach-ka
aice (Präp) zu ihr äch-ke
cat (m) Katze kacht
slat (f) Rute ßlacht
boc (m) Bock bochk
sop (f) Strohbündel sochp
ceap (m) Block kjachp





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