Dieses Gebiet umfaßt die heutigen Verwaltungsbezirke Tayside, Central und
Fife und wird durch die Meeresarme Firth of Forth und Firth of Tay unterteilt, die
breit und tief in die Ostküste einschneiden. Herz Schottlands
heißt es wegen seiner zentralen Lage und seiner historischen Bedeutung.
Dieser Landesteil bildete das Zentrum des alten Königreichs. Perth war die
Hauptstadt, Stirling die bevorzugte Königsresidenz. Die Marktstädte,
die royal burghs an der Ostküste, sind stolz auf ihre seit
Jahrhunderten durch königliche Freibriefe besiegelten Privilegien. Heutige
Besucher kommen wegen der königlichen Paläste, der vorreformatorischen
Kathedralen und Abteien, der alten Handelshäfen und vornehmen Turmhäuser,
und wegen der schönen Strände und Golfplätze.
Auch landschaftlich hat die Region einiges zu bieten: hügeliges Farmland und kleine Fischerorte in Fife, ausgedehnte Hügellandschaften und fruchtbares Weide- und Ackerland in der Central-Region und nicht zu vergessen die Heide- und Moorgebiete und bewaldeten Hänge. Beliebt bei Wanderern sind die Trossachs westlich von Callander mit den Bracklinn Falls und Callander Cracks und der Queen Elizabeth Forest Park am Ostrand von Loch Lomond mit dem wohl ausgedehntesten Waldgebiet. In Tayside, wo Highlands und Lowlands aufeinandertreffen, sind die Kontraste in der Landschaft am deutlichsten zu erkennen. Die üppigen Felder und Hecken weichen aufragenden Berggipfeln. Nicht ohne Grund wird Dunkeld nördlich von Perth als Tor zu den Highlands bezeichnet.
Das Kingdom of Fife hatte eigentlich zwei Hauptstädte: Dunfermline
als Sitz der frühen keltischen Könige und St. Andrews als die
kirchliche Hauptstadt.
Dunfermline ist berühmt für seine Abtei, Grabstätte
zahlreicher Könige aus dem 11. bis 15. Jahrhundert. Culnoss mit seinen
gepflasterten Straßen und Häusern mit Treppengiebeln ist das
Musterbeispiel einer Handelsstadt aus dem 17. Jahrhundert, die durch Kohle und
Salz reich wurde. Im Seebad Crail, dem wohl malerischsten Fischerhafen an
der Küste von Fife, entstand eine Künstlerkolonie.
Die Marktstadt St. Andrews ist stolz auf ihre Universität und ihren
Golfplatz. Im Royal and Acient Club House werden die internationalen
Golfregeln festgelegt. Sehenswert sind die Universitätsgebäude aus dem
15. und 16. Jahrhundert, das West Port Gate, der Turm der Holy Trinity
Church, schöne Stadthäuser und geheimnisvolle Gassen sowie die
gewaltigen Ruinen des Kirchenschiffs der St. Andrews Cathedral aus dem 14.
Jahrhundert und des Bischofsschlosses St. Andrews Castle auf einer Klippe.
Schottlands viertgrößte Stadt Dundee liegt unterhalb der Sidlaw Hills am Nordufer des Firth of Tay. Die mittelalterliche Stadt wurde im Industrieboom des 19. Jahrhunderts vollständig umgebaut. Östlich des City Square, an dem die Caird Hall, die Kathedrale und die City Churches (drei Kirchen unter einem Dach) stehen, erstreckt sich das alte Hafengebiet.
Nördlich von Dundee liegt die Grafschaft Angus mit einer unvergleichlichen
Küstenszenerie, herrlichen Sandstränden und historischen Städten
wie Arbroath mit den Ruinen einer großen Abtei aus dem 12. Jahrhundert
oder die Marktstadt Brechin mit einem schönen Rundturm.
Eine weitere Besonderheit sind die Schlösser in dieser Gegend. Die Ruine
von Edzell Castle war ein im 16. Jahrhundert zum Herrenhaus ausgebautes
Towerhouse. Glamis Castle, nördlich von Dundee in einem von Alleen
durchzogenen Wildpark gelegen, wirkt wehrhaft und zugleich verspielt. Bei Killin
am Loch Tay erheben sich die Ruinen von Finlarig Castle, einer Festung
der Campbells. Bei Leuchars an der Küste steht das restaurierte Earlshall
Castle, ein Turmhaus aus dem 16. Jahrhundert.
Die schöne Stadt Stirling steht sowohl geographisch als auch historisch
im Mittelpunkt dieses Landesteils. Die weitläufige Anlage von Stirling
Castle auf einem Vulkanfelsen schützte jenen engen Paß, der die
Nord- und Südhälfte des Landes miteinander verbindet. Der Besitz dieses
Schlosses war im übertragenen Sinne der Schlüssel für Schottland
und die bevorzugte Residenz der Stuart-Könige. Das Wallace Monument
hoch oben am Ostrand der Stadt hält die Erinnerung an den Widerstandskämpfer
William Wallace wach. Über den erfolgreichen Widerstand von Robert the Bruce
gegen die Engländer bei Bannockburn informiert das Bannockburn Heritage
Centre.
Nördlich von Stirling sind das gepflegte Städtchen Doune mit einer
königlichen Festung aus dem 14. Jahrhundert und Dunblane mit einer
schönen gotischen Kathedrale sehenswert.
Ein Teil von Perthshire mit Seen und Tälern liegt in den Highlands.
Die Stadt Perth am Fluß Tay ist ein guter Ausgangspunkt für
Ausflüge in die Umgebung. In der Stadt selbst steht der Scone Palace,
eine der "Schatzkammern" Schottlands. Sehenswert in der Umgebung sind die
romanische Ruine der Kathedrale von Dunkeld und die Schlösser Elcho und
Huntingtower.
Das elegante Jagdschloß Falkland Palace, 24 km südöstlich
von Perth, war der bevorzugte Aufenthaltsort von vier Generationen der
Stuart-Monarchen. Blair Castle zwischen Perth und Inverness ist Sitz des
Herzogs von Atholl, der sich als einziger eine Privatarmee halten darf, die
Atholl Highlanders.
Pitlochry, in der viktorianischen Ära Sommerfrische für
Bürger aus der Großstadt, bietet sich an für Ausflüge
zum Aussichtspunkt Queen's View über dem Loch Tummel, zur
Lachsleiter am River Tummel oder zu dem landschaftlich eindrucksvollen
Loch Rannoch am Fuß des kegelförmigen Schiehallion (1081 m).