Argyll / Fotos

Western Highlands und die Inneren Hebriden


Argyll, die Küste der Gälen, wird häufig auch als Schottland im Taschenformat bezeichnet und dürfte wohl am meisten dem entsprechen, was man sich unter der wildromantischen Landschaft Schottlands vorstellt: eine zerklüftete Küste mit kleinen Häfen, einsame Bauernhöfe in den Bergen, Schlösser am Ufer großer Seen. Drei lange Fjorde fächern die Küste in Halbinseln auf: Loch Long, Loch Fyne und Loch Etive. Die Grenzen des Gebietes ziehen zum Landesinneren hin der Loch Lomond und im Norden das Hochlandtal Glen Coe. Den äußersten Westen bilden die Inseln der Inneren Hebriden.

Durch das milde Klima des Golfstroms konnten in Argyll herrliche Gärten angelegt werden wie der Younger Botantic Garden mit riesigen Bäumen und Rhododendren bei Dunoon, der Arduaine Garden südlich von Oban oder der üppige Crarae Garden am Loch Fyne. Wanderer zieht es dagegen eher in das Naturschutzgebiet des Argyll Forest Park.

Der Ferienort und Fährhafen Oban hat schöne Sandstrände und gute Möglichkeiten zum Fischen im Meer oder Golfspielen. Darüberhinaus bietet er eine Reihe von Attraktionen wie eine Glashütte, eine Highland-Töpferei, die Oban Destillery und die Ausstellung World in Miniature. Sehenswert in der Umgebung sind Dunollie Castle, die verfallene Festung der MacDougalls, und Dunstaffnage Castle, die Festung der Campbells aus dem 13. Jahrhundert.

Die Stadt Inverary wurde im 18. Jahrhundert am Loch Fyne erbaut. Hier erhebt sich auch das neugotische Inverary Castle, Sitz des Campbell-Clans, mit einer reichen Kunstsammlung. Im Museumsgefängnis Inverary Jail sind Szenen aus der Vergangenheit nachgestellt.

Beim Dorf Kilmartin steht auf einem felsigen Hügel die Festung Dunadd Fort, unterhalb des Ortes führt eine Reihe von prähistorischen Grabhügeln zum Steinkreis von Temple Wood.

Neben den hübschen Kleinstädten ist es jedoch eher die Landschaft, die den Besucher in ihren Bann zieht: stille Waldgebiete im Landesinnern, eine zerklüftete Meeresküste und atemberaubende Ausblicke auf die Inselwelt der inneren Hebriden.

Das Landschaftsbild der Insel Mull prägen Felsklippen und Sandstrände, einsame Moore, hohe Berge und sanftes Hügelland mit Weideflächen und kleinen Bauernhäusern. Zu den Attraktionen gehören die Schlösser Duart Castle und das viktorianische Herrenhaus Torosay Castle in der Nähe des Fährhafens. Der Hauptort der Insel Tobermory liegt in einer malerischen Bucht. Spaziergänge an der wildromantischen Küste führen zu den Carsaig Arches oder zu The Burg.
Von Fhionnfhort auf Mull erreicht man mit der Fähre die winzige Insel Iona mit ihrer alten Abtei, die 563 von St. Columban gegründet wurde und die Wiege des Christentums in Schottland war.

Islay ist die südlichste Hebrideninsel. Neben der romantischen Küstenlandschaft, weiten Stränden und Vogelkolonien bietet sie auch historische Sehenswürdigkeiten wie das Kildalton Cross aus dem 8. Jahrhundert und die Ruinen von Finlaggan Castle. Bekannt ist Islay jedoch durch seine acht Whisky-Destillerien.

Die Insel Jura dagegen ist mit ihrer unberührten Natur ein Refugium für Wildtiere.

Arran, die größte der Inseln im Firth of Clyde hat im Norden schroffe Berge, im Süden liebliches Weideland. Interessant sind die zahlreichen prähistorischen Überreste und Brodick Castle mit einem der größten Rhododendrongärten des Landes.

Ein weiteres beliebtes Ausflugsziel ist Staffa mit bizarren Felsformationen und Höhlen, deren bekannteste die Fingal's Cave ist.

Sehenswert ist auch der 20 ha große Landschaftsgarten von Achamore House auf der kleinen Insel Gigha vor der Küste von Kintyre.
Daneben gibt es noch eine Vielzahl kleiner Inseln, die erkundet werden können.


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